Unser Pilotprojekt Apotheke 2.0 im intersektoralen Medikationsmanagement

Im Rahmen des Projektes Apotheke 2.0 haben sich die folgenden fünf Institutionen zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Patienten mithilfe einer patientenzentrieten Vernetzungsplattform im Sinne von Medikationsmanagement, Qualitätssicherung und Kommunikation zu verbessern. Aktuell sind wir Kooperationsfindung mit einer Plattform, die wir in der Pilotregion Steinfurt anschließend testen möchten. Anschließend werden wir die Akteure einer Pilotregion überzeugen, um die Vorteile einer besseren Vernetzung aufzeigen und wissenschaftlich evaluieren zu können.

Ziel:

Mithilfe unserer Studien im Projekt Apotheke 2.0 erkannten wir, dass es an einem einheitlichen und Akteurs-übergreifenden Medikationsmanagements in der Praxis mangelt, weshalb Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Akteuren entstehen. Die Versorgung ist aktuell stark papierbasiert, weshalb eine einheitliche Plattform Abhilfe schaffen kann. Die Qualitätssicherung der Patientenmedikation könnte deutlich mit des Apothekers als Gesundheitslotsen erhöht werden. Dieser koordiniert die verantwortlichen Gesundheitsakteure des Patienten, steuert das Medikationsmanagement und kann Wechselwirkungschecks der Medikation durchführen. Alle vom Patienten und Apotheke freigegebenen Akteure können über die Plattform kommunizieren und somit effizient für Rezept- und Medikamentenbestellungen sorgen. Mithilfe dieser gemeinsamen Plattform des Patienten und der verschiedenen, am Prozess beteiligten Akteure kann eine umfassende Einsicht in die Patientendaten, insbesondere in den Medikationsplan, und eine patientenzentrierte Kommunikation zu ermöglichen.

Im Rahmen unseres Pilotprojekt möchten wir eine webbasierte Plattform testen, das den Patienten mit allen Gesundheitsakteuren vernetzt. Der Datentransfer und die Kommunikation läuft verschlüsselt und Daten werden auf deutschen Servern gesichert. Datenhoheit hat der Patient und die Apotheke soll als Gesundheitslotse für den Patienten die beteiligten Gesundheitsakteure miteinander vernetzen.
Wir möchten mit dem Pilotprojekt einen Best-Practice-Fall in der Medikationsversorgung von Patienten schaffen und in der Region Steinfurt umsetzen. Daher rufen wir in der Region Steinfurt für eine aktive Teilnahme auf, um eine bessere Zusammenarbeit über verschiedene Gesundheitsakteure und eine erhöhte und effizientere Patientenversorgung zu erlangen. Mithilfe einer Erprobungsphase des Systems von mehreren Monaten möchten wir dieses in der Region Steinfurt wissenschaftlich evaluieren und die Notwendigkeit einer solchen Plattform aufzeigen.

Herausforderungen der flächendeckenden Medikationsversorgung

In der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung von Patienten bestehen insbesondere in ländlichen Regionen häufig mehrere Herausforderungen:

Demographischer Wandel

Durch den demografischen Wandel entsteht ein zunehmender Bedarf in der Pflege- und Patientenversorgung.

Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Apotheken und Kliniken sowie Hausärzten funktionieren häufig nicht problemlos, da diese an eine Echtzeit-Kommunikation wie z.B. das Telefon gebunden sind.

Entfernung zur nächsten Apotheke

Die gesundheitliche und pflegerische Versorgung insbesondere älterer Menschen erweist sich in peripheren, ländlichen Regionen als besondere Herausforderung, da weite Fahrtwege sehr zeitaufwendig sind.

Potentiale der Digitalisierung in unserem Pilotprojekt

Die Kommunikation wird vereinfacht, indem alle Akteure auf einen einheitlichen Informationsstand zugreifen, richtige Ansprechpartner für Rückfragen einfacher gefunden werden und Rückfragen zeit- und ortsunabhängig geklärt werden können. Sofern der jeweilige Ansprechpartner aktuell nicht erreichbar ist, weil er beispielsweise in einem Patienten- bzw. Kundengespräch ist, kann dieser die eintreffende Rückfrage beantworten, sobald er wieder Zeit hat, da die Kommunikation nicht wie beim Telefon nur in Echtzeit, sondern über das Nachrichtensystem mit Verlinkung auf den Patienten erfolgen kann.

Darüber hinaus können Prozesse wie die Medikationsänderung, Medikamentenbestellungen und Abrechnungen effizienter über einen standardisierten Prozess ablaufen. Dadurch wird gewährleistet, dass alle notwenigen Informationen als Pflichtfeld angegeben sind und somit nur vollständige Dokumente abgeschickt werden können. Über eine webbasierte Anwendung wird keine Installation benötigt und kann trotzdem eine verschlüsselte, sichere Verbindung ermöglicht werden.

Neben der Dokumentation kann durch die zentrale Speicherung des Medikationsplans die Qualitätssicherung sichergestellt werden. Die Apotheker haben die Möglichkeit beim Eingeben neuer Medikationsbestellungen Wechselwirkungschecks durchzuführen, um mögliche Komplikationen präventiv zu prüfen und zu vermeiden.

Unser Vorgehen

Anforderungsanalyse an ein einheitliches System für die medikationsbezogenen Gesundheitsakteure durch Fokusgruppen- und Kreativworkshops.

Suche nach einem marktfähigen Systems, welches mit den notwendigen Funktionen und Sichtweisen abgeglichen wird.

Aufruf zur Mitwirkung im Kreis Steinfurt an alle folgenden Rollen: Patient, Hausarzt, Apotheke, Blisterzentrum und Pflegeheim.

Erprobung des Systems in der Praxis in der Region Steinfurt, um eine qualitätsgesicherte, patientenzentrierte, interdisziplinäre Patientenbetreuung umzusetzen.

Anschließend Evaluation des Pilotprojektes. Abschluss 2021.

Haben Sie Fragen zu dem Projekt oder möchten mitwirken? Dann schreiben Sie uns gerne an.

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