Aktuelles

Projekttreffen Apotheke 2.0 in Münster

Bei dem Projekttreffen Apotheke 2.0 kamen die beteiligten Akteure der Universität Osnabrück und der Gesundheitsregion EUREGIO beim Apothekerverband Westfalen-Lippe in Münster zusammen, um weitere Arbeitspakete für das Projekt zu definieren.

Studie zur Apotheke der Zukunft

Die Unternehmensberatung rst hat in Zusammenarbeit mit Prof. Augurzky eine Studie zum Thema Zukunft der Apotheke durchgeführt. Zur Vorstellung der Studie in der Landesvertretung NRW in Berlin kam Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und stellte die Bedeutung der inhabergeführten Vor-Ort Apotheke heraus. In einem immer komplexer werdenden Gesundheitssystem sind Patienten auf eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Beratung angewiesen.

Apotheker für einen Tag

Einen Tag lang schaute Christian Fitte in der Conrad Apotheke in Tecklenburg hinter die Kulissen und lernte Abläufe und Prozesse in einer Apotheke kennen. Hautnah erlebte er, dass die Aufgaben eines Apothekers weit über den reinen Verkauf von Medikamenten hinausgehen und durfte tatkräftig unterstützen. Neben dem Anrühren von Salben, Stichprobentests und dem Stellen von Medikamenten ist der Apothekeralltag von viel Koordination und Abstimmungen mit Ärzten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Krankenkassen geprägt.

Apothekerverband Westfalen-Lippe, Universität Osnabrück und Gesundheitsregion Euregio e.V. starten Forschungsprojekt Apotheke 2.0

«Ziel des Projekts ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um den Menschen in strukturschwachen Regionen sinnvolle Versorgungsangebote zu machen und damit einen Umzug ins Pflegeheim oder stationäre Krankenhausaufenthalte so lange wie möglich zu vermeiden», erklärt der AVWL-Vorsitzende Dr. Klaus Michels. Als Beispiele nennt der AVWL die Überprüfung von Vitalparametern durch Wearables und Telemedizin, eine IT-gestützte Aufrechterhaltung der Dauermedikation oder besser strukturierte Botendienste. Auch die Erweiterung des Apotheken-Serviceangebots für Pflegeeinrichtungen, pflegende Angehörige und Pflegebedürftige sei denkbar. «Angesichts des alarmierenden Pflegenotstandes könnten wir Apotheker dazu beitragen, eine wichtige Versorgungslücke zu füllen», sagt Michels.

Karin Ammeling berichtet über die aktuelle Situation der Apotheken vor Ort

Die Apotheke vor Ort als Gesundheitslotse für ihre Kunden

“Wir sind Apotheker mit Leib und Seele und haben uns der Gesundheit unserer Kunden vor Ort seit über 30 Jahren verschrieben”, so Karin Ammeling als  gebürtige Nordhornerin, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion EUREGIO und Leiterin der Bookholter Apotheke, die nachfolgend die Gründe hierfür nennt. Mit dem Zitat von Wilhelm von Humboldt bringt sie es auf den Punkt: “Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben.”

Unser Ziel

In den letzten Jahren ist oft über das sogenannte „Apotheken-Sterben“ zu lesen. Digitale Angebote verdrängen anscheinend zunehmend die Apotheke vor Ort – mit großen Nachteilen für eine insgesamt alternde Bevölkerung. Doch was heißt dies genau? In Kooperation mit dem Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V. (AVWL) und der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. erforscht an der Universität Osnabrück das Fachgebiet Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik (UWI) von Prof. Dr. Teuteberg die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Technologien in Apotheken.

Mit rund 200.000 Euro wird das neue Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) werden speziell Projekte unterstützt, die darauf abzielen, ländliche Regionen als Wohn-, Arbeits- und Lebensräume attraktiv zu gestalten.

durch die Kooperation von

Unser Forschungsansatz

Neue Services

Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikations-Technologien können neue Servicemodelle entstehen, um die Apotheke vor Ort nachhaltig zu stärken. Die Möglichkeiten der Digitalisierung können Apotheker unterstützen, Patienten eine kompetente Beratung anzubieten und die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen. Für Patienten die selbst nicht mehr mobil sind können Telepharmazieangebote oder Lieferdienste erweitert werden.

Intersektorale Vernetzung

Mit Hilfe einer digitalen Plattform soll die intersektorale Vernetzung im Gesundheitswesen gestärkt werden. Die Apotheke vor-Ort kann als niederschwelliger Ansprechpartner eine Lotsenfunktion für die Patienten einnehmen. Technologien wie eine elektronische Gesundheitsakte, ein elektronischer Medikationsplan oder das eRezept können Abstimmungsprozesse zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen vereinfachen.

Technologische Innovationen

Technologische Innovationen können helfen, Patienten an die regelmäßige  Einnahme von Medikamenten zu erinnern oder zu präventiven Maßnahmen motivieren. Die durch Fitnessarmbänder und elektronische Gesundheitsakten gesammelten Daten können zudem genutzt werden, um Medikamente besser auf den Patienten einzustellen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern.

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